Bestimmung des Bedarfs an Sekundärregelleistung und Minutenreserve

Die vorzuhaltende Sekundärregelleistung und Minutenreserve wird von allen vier deutschen ÜNB gemeinsam für das deutsche Netzgebiet dimensioniert. Verwendet wird ein wahrscheinlichkeitsbasierter Ansatz, der im Auftrag der BNetzA gutachterlich bestätigt wurde. Das Ergebnis entspricht der Dimensionierung für eine deutschlandweite Regelzone.

Die Dimensionierung erfolgt quartalsweise für das jeweils folgende Quartal auf Basis der vier zurückliegenden Quartale. Grundsätzlich werden die folgenden Eingangsgrößen berücksichtigt.

  • Kraftwerksausfälle: Basis bildet die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit der einzelnen Kraftwerkstypen. Hierbei werden alle Kraftwerke mit einer Leistung ab 100 MW berücksichtigt.
  • Lastrauschen: Die Differenz zwischen den Momentanwerten von Last und Einspeisung und ihren 15-Minuten-Mittelwerten, wird zyklisch alle 2 Jahre für einen repräsentativen Zeitraum ermittelt und bei den folgenden Dimensionierungsrechnungen verwendet.
  • Fahrplansprünge: Es werden die grenzüberschreitenden Fahrpläne zwischen den vier deutschen Regelzonen und dem Ausland berücksichtigt, wobei stets die vier zurückliegenden Quartale in die Dimensionierung für das folgende Quartal verwendet werden.
  • Prognosefehler: In die Dimensionierung geht der Viertelstundenmittelwert des tatsächlichen Regelleistungsbedarfs der vier deutschen Regelzonen ein. Dieser setzt sich aus der aktivierten Sekundärregelleistung und Minutenreserve, etwaiger Zusatzmaßnahmen, ausgetauschten Energiemengen im Rahmen des IGCC, sowie der verbleibenden Bilanzabweichung der 4 deutschen Regelzonen beispielsweise aufgrund unzureichender Regelleistung zusammen.

Details zum Dimensionierungsverfahren können dem 2. Folgegutachten zur Höhe des Regelenergiebedarfes aus dem Jahr 2010 entnommen werden. Dieses ist auf der Homepage der Bundesnetzagentur veröffentlicht:

Bestimmung des Bedarfs an Primärregelleistung

Die im deutschen Netzregelverbund vorzuhaltende Primärregelleistung (PRL) wird jährlich in Abstimmung zwischen den kontinentaleuropäischen Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) bestimmt. Basis ist ein Gesamtbedarf des Synchrongebiets von ±3000MW PRL, der im Verhältnis der jährlichen Einspeisung auf die ÜNB aufgeteilt wird.

Details können der Policy 1 des ENTSO-E Operation Handbook der Regional Group Central Europe entnommen werden.