Präqualifikation für die Vorhaltung und Erbringung von Regelleistung

Potentielle Anbieter für die verschiedenen Arten von Regelleistung können sich an einem Präqualifikationsverfahren beteiligen, bei dem sie den Nachweis erbringen, dass sie die zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erforderlichen Anforderungen für die Erbringung einer oder mehrerer Arten von Regelleistung erfüllen. Gemäß § 1 Abs. 1 EnWG ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas sicherzustellen. Das bedeutet, dass z.B. bei der Erbringung von negativer Regelleistung kein Brennstoff ungenutzt abgelassen bzw. ungenutzt verbrannt wird oder bei einer Last der Strom nicht ohne eine effiziente und sinnvolle weitere Verwendung verbraucht wird. Neben technischer Kompetenz müssen eine ordnungsgemäße Erbringung der Regelleistung unter betrieblichen Bedingungen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des potentiellen Anbieters gewährleistet sein, siehe Downloads unten.

Für alle Regelenergiearten (Primär- und Sekundärregelleistung sowie Minutenreserveleistung) erfolgt die Präqualifikation ausschließlich bei demjenigen üNB, in dessen Regelzone die betreffenden Technischen Einheiten (Erzeugungseinheiten als auch regelbare Verbraucherlasten) unabhängig von der Spannungsebene netztechnisch angeschlossen sind (Anschluss-üNB).

Sobald die präqualifizierte Leistung die jeweilige Mindestangebotsgröße überschreitet schließt der Anschluss-üNB mit dem Anbieter je Regelenergieart einen Rahmenvertrag (siehe unten stehende Downloads), der wiederum Voraussetzung für die Teilnahme an den Ausschreibungsverfahren für Regelleistung ist.

Eine Präqualifikation ist jederzeit möglich. Die Durchführung eines entsprechenden Präqualifikationsverfahrens erfordert nach dem vollständigen Vorliegen aller erforderlichen Unterlagen, Protokolle und Nachweise in der Regel einen Zeitraum von wenigstens zwei Monaten. Bei der Sekundärregelleistung kann, je nach Komplexität der Einbindung in die Leistungsfrequenzregelung, auch ein längerer Zeitraum erforderlich sein. ändern sich anbieterseitig wesentliche Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Präqualifikation, so hat der Anbieter dies dem Anschluss-üNB unverzüglich mitzuteilen. Bei Bedarf kann eine erneute Präqualifikation erforderlich werden.

Die Präqualifikationsanforderungen sind in dem von den deutschen üNB herausgegebenen TransmissionCode 2007 "Netz- und Systemregeln der deutschen übertragungsnetzbetreiber" enthalten. Das Kapitel 5 "Systemdienstleistung" enthält die allgemeinen Anforderungen, der Anhang D die detaillierten Anforderungen je Regelenergieart.

Die üNB behalten sich vor, in begründeten Fällen zusätzliche Nachweise vom potentiellen Anbieter zu fordern.

Die vollständig ausgefüllten und rechtsverbindlich unterschriebenen Präqualifikationsunterlagen können an den betreffenden üNB übermittelt werden:

50Hertz Transmission GmbH
Energiewirtschaft
Heidestraße 2
10557 Berlin

Amprion GmbH
Systemführung Netze Brauweiler
Systemdienstleistungen und Energiemarkt
Von-Werth-Straße 274
50259 Pulheim

TransnetBW GmbH
Systembetrieb Handel
Pariser Platz
Osloer Str. 15-17
70173 Stuttgart

TenneT TSO GmbH
Netzwirtschaft
Bernecker Straße 70
95448 Bayreuth

Die üNB behalten sich eine Anpassung oder Aktualisierung dieser Informationen vor.

Präqualifikation für die Abschaltbaren Lasten: