Gemeinsame Ausschreibung Minutenreserve

Seit dem 01.12.2006 beschaffen die deutschen ÜNB über eine gemeinsame Ausschreibung auf der Internetplattform regelleistung.net ihren Bedarf an Minutenreserve. Über diese erfolgen die Veröffentlichung der Ausschreibung, die Abwicklung der Angebotsabgabe und die Information der Anbieter über erteilte Zuschläge bzw. Absagen.

Am 18.10.2011 wurde das bis dahin geltende Marktdesign erstmalig überarbeitet und am 13.06.2017 erneut aktualisiert. In zwei Schritten wurde das neue Marktdesign ab dem 12.07.2018 und 12.07.2019 eingeführt.

Am 02.11.2020 (Lieferdatum 03.11.2020) wird der Regelarbeitsmarkt (RAM) eingeführt, mit dem erstmals eine getrennte Beschaffung von Regelleistung am Regelleistungsmarkt (RLM) und Regelarbeit am RAM einhergeht. Die Einführung des RAMs ist die nationale Grundlage für den europäischen Binnenmarkt für Regelreserve und entspricht der Anforderung aus Artikel 16 (5) EB-VO. Er bietet Regelreserveanbietern die Möglichkeit, nach Abschluss der Regelleistungsausschreibung dort erfolgreich bezuschlagte Gebote anzupassen und/oder neue Gebote (ohne Leistungspreis) abzugeben. Damit ergibt sich für die ÜNB für den Abruf nach jeder Gate Closure Time (GCT) im RAM eine neue Merit-Order-List (MOL).

Um einen einheitlichen Rahmen für den RAM zu schaffen, beschreiben die genehmigten Modalitäten für Regelreserveanbieter (MfRRA) in § 38 die Ausgestaltung des RAMs.

Im Folgenden ein Überblick der maßgeblichen aktuellen Rahmenbedingungen:

  • Ausschreibungszeitraum:
  • täglich
  • Kernanteil:
  • regelzonenübergreifende Ausschreibung des gesamten Bedarfs, Kernanteil nur nach Zustimmung durch BNetzA zulässig
  • Produkte:
  • positive und negative Minutenreserveleistung bzw. Minutenreservearbeit mit jeweils sechs Zeitscheiben über eine Dauer von 4 Stunden
  • Mindestangebotsgröße:
  • 5 MW. Eine Angebotsgröße von 1 MW, 2 MW, 3 MW oder 4 MW unter der Maßgabe zulässig, dass ein Anbieter von Minutenreserve nur ein einziges Angebot je Produktzeitscheibe der positiven bzw. negativen Minutenreserve in der jeweiligen Regelzone abgibt.
  • Angebotspoolung:
  • innerhalb einer Regelzone möglich
  • Blockangebote:
  • Kennzeichnung von Angeboten als unteilbar bis max. 25 MW. Einkürzen bei Vergabe und Abruf durch ÜNB nicht zulässig, Überspringen bei der Vergabe gestattet, sofern durch Bezuschlagung der Bedarf überschritten wird.
  • Aktivierung:
  • Automatisierter Abruf von Minutenreserve durch den MOLS
  • Besicherung:
  • Die Besicherung vorzuhaltender Leistung darf über präqualifizierte Technische Einheiten in der gleichen Regelzone gelegener Anlagen Dritter erfolgen. Ab dem 12.07.2019 ist die regelzonenübergreifende Besicherung durch präqualifizierte Technische Einheiten des Anbieters oder Dritter ebenso zulässig, sofern das technische Versagen der Minutenreserve erbringenden Anlagen nicht innerhalb des regelzoneninternen Anlagenpools des Anbieters kompensiert werden kann.

Voraussetzung für die Teilnahme an der gemeinsamen Ausschreibung ist der Abschluss eines Rahmenvertrags zwischen Anbieter und Anschluss-ÜNB im Nachgang zu der erfolgreich durchgeführten Präqualifikation. Die präqualifizierte MRL muss hierbei mindestens 1MW betragen.

Der Anschluss-ÜNB ist derjenige ÜNB, in dessen Regelzone die durch den Anbieter zu vermarktenden Technischen Einheiten netztechnisch angeschlossen sind, unabhängig von der Spannungsebene. Dieser führt die Präqualifikation von Technischen Einheiten (z.B. Erzeugungseinheiten oder regelbare Verbraucherlasten) in seiner Regelzone durch und ist Vertragspartner des Anbieters, dessen Technische Einheiten sich in der Regelzone des Anschluss-ÜNB befinden. Vermarktet ein Anbieter Technische Einheiten in mehreren Regelzonen, ist jeweils ein Rahmenvertrag mit dem betreffenden Anschluss-ÜNB abzuschließen.

Für die Angebotsabgabe und Abholung der Vergabeergebnisse steht jedem Anbieter auf der Internetplattform ein individueller gesicherter Anbieterbereich zur Verfügung. Die Ausschreibung findet kalendertäglich statt.

Minutenreserve

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