Primärregelreserve

Die Primärregelreserve dient dem Ausgleich kleinerer Systemungleichgewichte und wird automatisch nach Bedarf eingesetzt. Um den Einsatz der Primärregelreserve zu mindern wird die Sekundärregelreserve aktiviert.

Historische Entwicklung Primärregelreserve

Seit dem 01.12.2007 beschaffen die deutschen ÜNB über eine gemeinsame Ausschreibung auf der Internetplattform regelleistung.net ihren Bedarf an Primärregelreserve. Über diese erfolgen die Veröffentlichung der Ausschreibung, die Abwicklung der Angebotsabgabe und die Information der Anbieter über erteilte Zuschläge bzw. Absagen.

Die ab dem 01.12.2007 beginnende monatliche Ausschreibung wurde mit dem 27.06.2011 durch eine wöchentliche Ausschreibung ersetzt.

Zum 01.07.2019 wurde die werktägliche D-2 Ausschreibung mit einem Produktzeitraum der PRL von einem Tag eingeführt, die wiederum ab 01.07.2020 durch eine kalendertägliche Ausschreibung mit 4-Stunden-Produkten abgelöst wurde.

Überblick der maßgeblichen aktuellen Rahmenbedingungen:

Regelleistungsmarkt

Gate Opening: d-14,

Gate Closure: 8:00 Uhr

Produktlänge 4 Stunden

Regelarbeitsmarkt -
Kernanteil Kernanteile und Grenzkapazitäten werden für die einzelnen LFC Blocks festgelegt
Mindestangebotsgröße 1 MW
Angebotspoolung innerhalb einer Regelzone möglich
Blockangebote Blockgebote möglich
Aktivierung Automatisierter Abruf
Aktivierungszeitraum vollständige Aktivierung binnen 30 Sekunden
Besicherung keine Besicherung möglich auf Regelleistung.net

Zusätzliche Informationen

Mit der Einführung der gemeinsamen Ausschreibung der Primärregelreserve übernimmt der Anschluss-ÜNB eine tragende Rolle. Der Anschluss-ÜNB ist derjenige ÜNB, in dessen Regelzone die durch den Anbieter zu vermarktenden technischen Einheiten netztechnisch angeschlossen sind, unabhängig von der Spannungsebene. Für diese technischen Einheiten (Erzeugungseinheiten als auch regelbare Verbraucherlasten) führt der Anschluss-ÜNB die Präqualifikation in seiner Regelzone durch und ist alleiniger Vertragspartner des Anbieters. Vermarktet ein Anbieter technische Einheiten in mehreren Regelzonen, ist jeweils ein Rahmenvertrag mit dem betreffenden Anschluss-ÜNB abzuschließen. Voraussetzung zum Abschluss des Rahmenvertrages ist die erfolgreiche Präqualifikation mit einer präqualifizierten Leistung mindestens in Höhe der Mindestangebotsgröße. Der Rahmenvertrag ist die Voraussetzung für eine Teilnahme an der gemeinsamen Ausschreibung für Primärregelreserve.

Für die Durchführung der gemeinsamen Ausschreibung wird www.regelleistung.net genutzt. Über diese gemeinsame Internetplattform erfolgen die Veröffentlichung der Ausschreibungsbedarfe, die Abwicklung der Angebotsabgabe und die Information der Anbieter über erteilte Zuschläge bzw. Absagen.

Die Ausschreibung der PRL erfolgt symmetrisch, d.h. keine getrennte Ausschreibung von positiver (Leistungserzeugung) und negativer (Leistungsabnahme) PRL.

Internationale Primärregelreserve-Kooperation:

Als erster internationaler Partner nahm der Schweizer Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid von 12.03.2012 bis 07.04.2015 an der gemeinsamen Primärregelreserve-Ausschreibung mit den deutschen ÜNB auf www.regelleistung.net teil und beschaffte einen Teil des Schweizer Bedarfs. Seit dem 07.01.2014 nimmt TenneT NL an der gemeinsamen Primärregelreserve-Ausschreibung teil.

Am 07.04.2015 wurde die internationale Kooperation mit der österreichisch-schweizerischen Primärregelreserve-Ausschreibung gekoppelt. Am 01.08.2016 traten der belgische ÜNB Elia und am 16.01.2017 der französische ÜNB RTE der Kooperation bei. Dies erhöhte die Liquidität aus Sicht der nachfragenden ÜNB am Primärregelreserve-Markt und erschloss den teilnehmenden Anbietern neue Absatzmöglichkeiten. Durch die Kopplung der Märkte entstand der europaweit größte Primärregelreserve-Markt. Weitere Informationen, auch über die aktuelle Zusammensetzung der Kooperation, finden sich auf der Info-Seite der ENTSO-E (siehe Link auf der rechten Seite).

Die gemeinsame Ausschreibung erfolgt unter Verwendung der bestehenden Ausschreibungssysteme und steht allen präqualifizierten Anbieter offen.

Kenndaten der gemeinsamen Ausschreibung

Aus den gültigen Vorgaben resultieren maximal zulässige Primärregelreserve -Exporte von maximal 30 % des Bedarfes des LFC Blocks, aber mindestens 100 MW. Es werden Kernanteile je teilnehmendem LFC Block in Höhe von mindestens 30 % des Bedarfs berücksichtigt.

Im Fall einer Unterdeckung der Ausschreibungsmenge kommt das Notkonzept des jeweiligen Landes zur Anwendung. Gemäß der BNetzA-Festlegung wird auf regelleistung.net eine zweite Ausschreibung durchgeführt.

Decoupling

Aus technischen und/oder regulatorischen Gründen kann es notwendig werden, den gemeinsamen Markt zu entkoppeln (Decoupling).

Das Decoupling findet statt, wenn technische Probleme auftreten und/oder die Vergabealgorithmen kein konsistentes Marktergebnis liefern.

Sollte ein Decoupling der Märkte stattfinden, wird die betreffende Ausschreibung in der Übersicht im Datencenter eindeutig gekennzeichnet.

Primärregelreserve

Aktuelle Ausschreibungen finden Sie im neuen Datencenter.

Datacenter